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Von Tientsin/China über Danzig nach Hamburg

Die Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens Dohr vom Sortierbetrieb zum weltweit tätigen Unternehmen für Natur- und Textildärme

 

Das Familienunternehmen Dohr hat sich in den vergangenen fast 100 Jahren zum Global Player auf dem Markt für Natur- und Textildärme entwickelt. Die Wiege der heute in vierter Generation geführten Dohr GmbH & Co. KG stand in Tiensin/China, wo Gustav Dohr am 1. Januar 1911 ein Unternehmen gründete, das Naturdärme vorrangig für den europäischen Markt aufbereitete. Der Urgroßvater der heutigen geschäftsführenden Gesellschafter kämpfte um die Wende zum 20. Jahrhundert als junger Soldat in Diensten des Deutschen Reiches an der Seite alliierter Truppen in China, die den sogenannten Boxeraufstand niederschlugen. Nach seiner Soldatenzeit blieb der gelernte Uhrmacher im Reich der Mitte, baute die Firma Dohr Naturdärme mit Standorten in Tientsin, Hankow und Chongqing auf und war einer der Ersten, der Schweinedärme und Schafssaitlinge gewaschen, sortiert, gesalzen und in Holzfässern verstaut nach Europa verschiffte.

 

Ende der 30er Jahre musste Gustav Dohr kriegsbedingt (die Japaner waren in China eingefallen) den Firmensitz nach Danzig verlegen. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen 1950 in Hamburg von Kurt Köhnke, Schwiegersohn des Firmengründers, und dessen Partner Wilhelm Schulz wieder aufgebaut und zu neuer Blüte geführt. Zur Expansion des Unternehmens trugen in den 70er und 80er Jahren auch Übernahmen bei: Dohr erwarb zunächst die Hamburger Naturdarm-Importfirma Berthold W. Rolff GmbH & Co und beteiligte sich später mehrheitlich an dem Leinen- und Textildarmhersteller Ramsay GmbH + Co. KG in Hamburg. Im Jahr 1981 übergab Kurt Köhnke das Ruder an seinen Sohn Dieter, der heute noch als Berater im Unternehmen tätig ist, und seinen Schwiergersohn Joachim Otte. Seit dem Jahr 2004 leiten deren Söhne Björn Köhnke, Volker Otte und Cärsten Otte gemeinsam mit Dietmar Huß die Geschicke des Unternehmens.

 

Unter den führenden Naturdarmunternehmen in Deutschland

 

In Deutschland ist Dohr Qualitätsführer beim Naturdarm und gehört zu den führenden Naturdarmhändlern. Zum Kundenkreis gehören die Fleisch- und Wurstwarenindustrie, das Fleischerhandwerk und der Handel. Neben dem Vertrieb von Schafs-, Schweine- und Rinderdärmen in unterschiedlichen Qualitäten und Kalibern, setzt das Unternehmen seit mehreren Jahren erfolgreich auf die Weiterentwicklung der klassischen Technologien. Als Spezialist für Naturdärme in geraffter Form als Softtubes und Hardtubes (Röhrchen) gehört das Unternehmen inzwischen zu den Technologie- und Marktführern.

 

Mit der Tochtergesellschaft Ramsay, die in Gehrde bei Osnabrück A-tex- und Leinendärme herstellt, verfügt Dohr ebenfalls über eine Ausnahmestellung auf dem deutschen Markt. Die Ramsay-Produkte runden das Qualitätsangebot im Naturdarmbereich in idealer Weise ab.

 

Von der Hamburger Zentrale aus werden die hochwertigen Natur- und Textildärme an Kunden in Deutschland und alle Welt vertrieben. Der Exportanteil am Umsatz liegt bei rund 30 Prozent.

 

Joint-venture in China

 

So international wie der Vertrieb ist auch der Bezug der Rohware, die Dohr aus rund zehn Ländern importiert. Schweinedärme stammen vorwiegend aus China und Europa, Schafsdärme aus China, dem Orient, der Türkei und Australien und Rinderdärme aus Südamerika. Die Schiffsreise nach Hamburg treten die wertvollen Naturdärme gepökelt und in einer Salzlake eingelegt in Plastikfässern in Kühlcontainern an. Im Lager des Hamburger Betriebes werden die Fässer gut gekühlt zwischengelagert bevor sie in den Verkauf gelangen oder getubt werden.

Im jeweiligen Ursprungsland arbeitet Dohr mit ausgewählten, langjährigen Geschäftspartnern zusammen, die die Naturdärme erfassen, reinigen und sortieren.


Mit dem Joint-venture Jiangxi Dohr Casings Co LTD in Nanchang gibt es seit mehreren Jahren wieder eine eigene Sortierung und Veredelung für Schweinedärme in China.

 

Höchste Qualität für den Kunden

 

Das Unternehmen, der Markt und die Ansprüche der Kunden an die Produkte haben sich seit den Zeiten von Gustav Dohr erheblich verändert. Die traditionelle Unternehmensphilosophie und Erfolgsformel hat jedoch weiterhin Bestand: Alle Aktivitäten der Geschäftsführung und der gut ausgebildeten Fachkräfte sind streng an einer gleichbleibend hohen Produktqualität ausgerichtet. Die hohen Qualitätsziele werden von den Urenkeln des Gründers inzwischen im Rahmen eines dokumentierten Qualitätsmanagements konsequent umgesetzt.

 

Unter dem Motto „Nur das Beste für den Kunden“ beginnt die Qualitätssicherung von Dohr bereits bei den Geschäftspartnern im Ausland, die die strikten Vorgaben hinsichtlich der Hygiene, Qualität sowie mikrobiologischen und chemischen Anforderungen erfüllen müssen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass nur Produkte, die den europäischen Gesetzen und internationalen Standards genügen, in den Verkehr gebracht werden.

 

Als Betrieb mit EU-Zertifikat hat sich Dohr zur Jahresmitte 2009 zusätzlich nach dem International Food Standard (IFS) zertifizieren lassen. Die Firma gehört damit bundesweit zum kleinen Kreis weniger Branchenunternehmen, die das IFS-Zertifikat besitzen. Diesem neuen Kapitel des Qualitätskonzeptes wird schon bald ein weiteres folgen. Für den Herbst 2010 ist die Fertigstellung einer neuen Lagerhalle auf dem Hamburger Firmengrundstück geplant, mit der Dohr seinen zentralen Betriebsstandort weiter optimieren will.

 

Kurz vor dem 100-jährigen Gründungsjubiläum 2011 präsentiert sich das Traditionsunternehmen auch in Zeiten der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise weiterhin dynamisch, in solider wirtschaftlicher Verfassung und bestens gerüstet für die zukünftigen Herausforderungen des wettbewerbsintensiven Marktes.